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Das Niederzurren.

Beim kraftschlüssigen Verfahren Niederzurren wird die zu sichernde Ladung mit Zurrmitteln überspannt, auf die Ladefläche gedrückt und somit nach allen Seiten gesichert.
Um das Verrutschen der Ladung zu verhindern, wird die Anpresskraft zwischen Ladegut sowie Ladefläche und damit die Reibkraft durch Vorspannkräfte erhöht. Die Vorspannkraft (STF) sollte dabei an allen Überspannungen gleich groß sein. Wichtig ist, dass die Ladung generell für die Sicherungsmethode des Niederzurrens geeignet sein muss. 

  • Aus Sicherheitsgründen dürfen nach VDI 2700 Blatt 2 (Juli 2014) Zurrmittel nicht über 50 % der maximalen Zurrkraft (LC) vorgespannt werden. Während der Fahrt auftretende, dynamische Kräfte können sonst die Gurte überlasten. Die Vorspannung sollte während der Fahrt regelmäßig überprüft werden (besonders kurz nach Antritt der Fahrt).
  • Um die Vorspannung beim Niederzurren auf beiden Seiten der Ladung zu gewährleisten, empfehlen wir Kantenschutzgleiter, die eine gleichmäßigere Kraftverteilung im Zurrmittel bewirken und zudem einen Schutz für das textile Gurtband an den Kanten der Ladung bieten.

Berechnungsformel bei freistehender standsicherer Ladeeinheit:

FiS = m · g · (fl,q − μ · fv) k · n · μ · sin α

Hilfsmittel


i
Die Beschleunigungswerte in der Tabelle beziehen sich auf ein Fahrzeug mit zulässiger Gesamtmasse von größer 3,5 t.
KürzelDefinitionErklärung nach VDI 2700
aBeschleunigung der LadungMaximale Beschleunigung der Ladung infolge des Fahrtverlaufs
fBeschleunigungsbeiwertBeiwert zur Bestimmung von Betrag und Richtung der Massenkraft der Ladung
flvLängsbeschleunigungsbeiwert nach vorne= 0,8 bei Bremsvorgängen
flhLängsbeschleunigungsbeiwert nach hinten= 0,5 bei Anfahrvorgängen
fqQuerbeschleunigungsbeiwert zur Seite= 0,5 bei Kurvenfahrten
fvVertikalbeschleunigungsbeiwert nach unten= 1,0
FGGewichtskraftKraft, mit der die Ladung auf eine horizontale Ladefläche wirkt
FiSVorspannkraft im ZurrmittelWiderstandskraft, die zusätzlich zur Gleitreibungskraft aufzubringen ist, z. B. von Zurrmitteln, um eine Ladung gegen die Massenkräfte zu sichern
gErdbeschleunigungg = 9,81 m/s²
kBeiwertBeiwert, der den Verlust an Vorspannkraft durch Reibung zwischen Zurrmittel und Ladung berücksichtigt
nAnzahl der Zurrmittel/Überspannungen
mMasse der LadungMasse, die zu sichern ist
αVertikalwinkelWinkel zwischen Zurrmittel und Ladefläche eines Transportmittels
μReibbeiwertBeiwert zur Bestimmung der Reibung zwischen Ladung und jeweiliger Unterlage während der Bewegung der Ladung relativ zur Ladefläche

Die Berechnung zum Niederzurren.

  • Aus Sicherheitsgründen muss bei der Berechnung zum Niederzurren das Ergebnis stets aufgerundet werden, damit immer genügend Zurrgurte verwendet werden.
  • Die Einheiten müssen stets in SI-Einheiten umgerechnet werden. Beispielsweise das Gewicht der Ladung in kg und die Spannung im Gurt in Newton (N).
  • Ein geringerer Übertragungsbeiwert als k = 1,8 kann auftreten, wenn Zurrmittel z. B. über besonders raue Oberflächen geführt werden. Bitte leiten Sie dann geeignete Maßnahmen ein, um die Kraftverteilung in dem Zurrsystem zu gewährleisten (z. B. durch den Einsatz von Kantengleitern).

Unsere Dolezych-Einfach-Methode© – Niederzurren

  • Einfache Methode zur schnellen Auswahl der notwendigen Zurrgurte für das Niederzurren. Dazu wird in der Tabelle auf der nachfolgenden Seite die Anzahl der erforderlichen Zurrgurte anhand folgender Kriterien berechnet:
    • Vorspannkraft (STF)
    • Reibbeiwerte (0,1 | 0,3 | 0,6)
    • Zurrwinkel α (35°, 60° oder 90°)
    • Ladungsgewicht (bis 16 t)
  • Bei der Auswahl des Zurrwinkels ist immer der nächst niedrigere Zurrwinkel aus der Tabelle auszuwählen. Vertikalwinkel unter 35° sind unwirtschaftlich und bleiben daher unberücksichtigt.

Berechnungsbeispiel nach VDI 2700 Blatt 2 (Juli 2014)

n = m · g · (f − μ) k · FiS · μ · sinα
Gewicht der Ladungm = 6.000 kg
Reibbeiwertμ = 0,3
Zurrwinkelα = 60°
Übertragungsbeiwertk = 1,8
Erdbeschleunigungg = 9,81 m/s²
Beschleunigungsbeiwertf = 0,8
VorspannkraftwertFiS

Beispiel für FiS = 680 daN = 6.800 N

n = 6.000 · 9,81 · (0,8 − 0,3) 1,8 · 6.800 · 0,3 · sin 60° = 9,25

Ergebnis: In diesem Beispiel müssen also 10 Zurrgurte (aufgerundet) mit einer STF von 6.800 N bzw. 680 daN verwendet werden.

Produkt STF Anzahl Zurrgurte
DoZurr5000 mit Standard-Druckratsche300 daN21
DoTension mit Standard-Druckratsche420 daN15
DoZurr5000 mit DoMulti500500 daN13
DoZurr5000 mit DoMulti600600 daN11
DoZurr4000 mit DoMulti680 daN10
DoTension mit DoMulti720 daN9
PowerLash kraftverstärkt mit Getriebezugratsche (75 mm)1.000 daN7

Unsere Dolezych-Einfach-Methode© – Niederzurren

Die Dolezych-Einfach-Methode© wurde entwickelt, um die Auswahl der erforderlichen Zurrmittel noch schneller zu ermitteln. Die Berechnung ist nach VDI 2700 Blatt 2 (Juli 2014) und beinhaltet einen Sicherheitsfaktor.

Allgemein gilt für die Berechnung:

  • Freistehende, homogene, standsichere Ladung
  • Die Vorspannkraft STF auf der dem Spannmittel entgegengesetzten Seite entspricht mind. 50 % (k = 1,8).
  • Tabellenwerte werden ganzzahlig aufgerundet.
  • Tabellenwerte > 35 Stück werden aufgrund der Unwirtschaftlichkeit nicht angezeigt.
Ladungsgewicht m  ⟶ 1 t2 t3 t4 t
Winkel α  ⟶ 35°60°90°35°60°90°35°60°90°35°60°90°
Vorspannkraft  STF ↓ μ ↓ Anzahl der erforderlichen Zurrgurte
DoZurr5000
DoRapid5000
DoPremium5000
300 daN0,12315133026
0,36441177161110221413
0,6222322432533
DoZurr4000320 daN0,12114122824
0,3543107615109201412
0,6222222322433
DoTension420420 daN0,1161110211928
0,3433855128716109
0,6222222322422
DoZurr5000 mit
DoMulti500 oder
Do2Step
500 daN0,114982718162723
0,343275410761398
0,6222222222322
DoZurr5000 oder
DoPremium5000
jeweils
mit DoMulti600
600 daN0,1128723151323203026
0,33226448651177
0,6222222222322
DoZurr4000
mit DoMulti
680 daN0,110762013123020172623
0,33225437551076
0,6222222222222
Ladungsgewicht m  ⟶ 6 t10 t12 t16 t
Winkel α  ⟶ 35°60°90°35°60°90°35°60°90°35°60°90°
Vorspannkraft STF ↓ μ ↓ Anzahl der erforderlichen Zurrgurte
DoZurr5000 &
DoRapid5000 &
DoPremium5000
300 daN0,1
0,32119
0,675411771398171210
DoZurr4000 320 daN0,1
0,330201829
0,664410761287161110
DoTension420 420 daN0,1
0,3231513
2522
3026
0,653385510661387
DoZurr5000 mit
DoMulti500 oder
Do2Step
500 daN0,1
0,3201311
2119
2622
30
0,64327548651176
DoZurr5000 oder
DoPremium5000
jeweils
mit DoMulti600
600 daN0,1
0,3161110271816
2119
2825
0,6432644754965
DoZurr4000
mit DoMulti
680 daN0,1
0,314109241614281917
2522
0,6322543644855

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